Damen I BYL: ASV - HC Erlangen 22:35

veröffentlicht am 10.03.2009 von SZ/sro

Substanzverlust der Dachauer Bayernliga-Handballerinnen unübersehbar


Im Tal der Tränen - Enttäuschung über eigene Schwächen und fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen lähmt ASV-Frauen

Trainerin Marion Schreiber und die Schiedsrichter Besler und Böhme (TV Waltenhofen) werden sicher keine Freunde mehr. Doch den mit vielen umstrittenen Entscheidungen aufwartenden Unparteiischen die deftige 22:35(8:20)-Heimpleite der ASV-Handballerinnen gegen den HC Erlangen allein anzulasten, wäre zu einfach. Fakt ist, die Dachauer Talfahrt geht weiter, und diesmal hat es gegen den bis dahin punktgleichen Tabellenvierten der Bayernliga sogar eine ganz böse Klatsche gegeben.

Und die kann nicht allein auf Wurfpech - insgesamt landete das Spielgerät ein Dutzend Mal am Torgebälk - und einseitige Regelauslegungen zurückgeführt werden. Selbst dann nicht, wenn in der Halbzeitpause bei den ASV-Spielerinnen sogar Tränen der Ohnmacht flossen, ob so manch fragwürdiger Entscheidung. Auch das verletzungsbedingte Fehlen von Spielmacherin Simone Hofmann und der permanent dünne Kader sind nur Mosaiksteinchen in einem Gesamtbild, das den Substanzverlust auf Dachauer Seite deutlich widerspiegelt.

Vor allem die sonst so stabile ASV-Abwehr stand gegen die konzentriert und im Laufe der Zeit immer selbstbewusster aufspielenden Gästen zu oft auf verlorenem Posten. Zu leicht ließ sich Dachaus Deckung aushebeln, die Torfrauen waren machtlos und auf sich alleine gestellt. Die Unsicherheiten setzten sich im Angriff fort. Zu oft verzettelte sich der ASV in fruchtlosen 1:1-Duellen, die Pässe landeten beim Gegner und manch unvorbereiteter Wurfversuch blieb in der engmaschigen Deckung des HC Erlangen hängen. Der Rest bereitete den gut aufgelegten HC-Torhüterinnen keine Probleme, sie leiteten postwendend brandgefährliche Konter ein. Und die waren mitentscheidend dafür, dass das indisponierte ASV-Team das Match bereits zur Pause (8:20) abhaken konnte.

Auch in der zweiten Halbzeit wirkten die ASV-Frauen wie gelähmt. Erst beim Stand von 8:25 flackerte wieder
ernsthafte Gegenwehr auf. Doch die neun Minuten, in denen sie sich mit 8:1 Toren im Spiel zurückmeldeten, waren zu wenig, um den HC ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Im Gegenteil, Mitte der zweiten Halbzeit (16:26) war das Dachauer Aufbäumen beendet.
Erlangen schaukelte den klaren Sieg sicher nach Hause und zog auch in der Tabelle am ASV vorbei. Zurück blieb eine frustrierte Dachauer Mannschaft.

ASV Dachau: Marquart und Grenzmann im Tor, Lichtlein 5, Brunsch 4/2, Gerhards 4, Voss 4, Krempl 3, Groß 2, Lintl, Morgott.